Bern | 07.10.2016

Internationale Luftfahrt-Konferenz zur CO2-Reduktion endet mit Flaute

Auch der Flugverkehr muss seinen Anteil am Klimaschutz tragen

Klug Lead

Dass die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) den Schadstoffausstoss im Flugverkehr reduzieren will, wertet der VCS Verkehrs-Club der Schweiz grundsätzlich positiv. Die Beschlüsse der ICAO-Versammlung in Montreal findet der VCS jedoch zu vage und unverbindlich. Die Schweiz als Land der Vielfliegerei ist gefordert, den Luftverkehr mit griffigen, nationalen Massnahmen in den Klimaschutz einzubinden.

Die Mitgliedsstaaten der ICAO, darunter auch die Schweiz, haben zwar erstmals Massnahmen zur Reduktion des Kohlendioxids (CO2) im Luftverkehr beschlossen. Allerdings handelt es nur um Zertifikate für CO2-Projekte, die als Kompensation für den Schadstoffausstoss auf gewissen Flügen bezahlt werden sollen. Zeitlich ist das skizzierte Kompensationssystem so lasch angelegt, dass die Flugbranche kaum in die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommen eingebunden wird und weitgehend steuerfrei bleibt.

Dabei müsste die Luftfahrt endlich einen fairen Anteil an den Klimaschutz zahlen. Das Transportaufkommen im internationalen Luftverkehr wächst rasant, entsprechend der enorme Schadstoffausstoss. Fluglärm und -Abgase belasten immer mehr Menschen und Umwelt. Und während der Anteil des Luftverkehrs am CO2-Ausstoss weltweit um fünf Prozent pro Jahr zunimmt, sind es in der Schweiz jährlich 16 Prozent, dreimal mehr.

Wenn die Schweiz die Ziele der Pariser Klimaschutzkonferenz erreichen will, muss sie diesen Trend radikal umkehren. Der VCS fordert zusammen mit der Koalition Luftverkehr Umwelt und Gesundheit (KLUG) den Bund zu griffigen Massnahmen auf, welche die Flugpreise an die effektiven Luftfahrtkosten heranrücken: etwa die Einführung einer Steuer auf Flugtickets, zugunsten hiesiger und auch von internationalen klimafreundlichen Projekten.

Kontaktinformationen

Yves Chatton, Kampagnenverantwortlicher VCS, Tel. 079 726 23 24